Betritt man die Werkstatt von Dietmar Heubner nimmt man als erstes den harzigen Fichtengeruch gemischt mit dem würzigen Duft von Zypressen wahr. Unter anderem zwei der Hölzersorten, die hier gestapelt und nach Jahreszahlen sortiert worden sind, und darauf warten, in eine Gitarre verwandelt zu werden.
„Damit ein Zuhörer den Klang einer wirklich guten Gitarre genießen kann, braucht es einen Tonholzhändler, einen Gitarrenbauer und einen Gitarristen, die ihr Metier erstklassig beherrschen", erläutert Dietmar Heubner. Der Tonholzhändler sucht im Wald die Bäume aus, die speziell für den Instrumentenbau geschlagen werden. Nachdem diese aufgesägt wurden, wählt der Gitarrenbauer seine Hölzer aus. Die Auswahl des Holzes bestimmt den Klang einer Gitarre. Das Entscheidendeste bei dem Instrument ist die Konstruktion der Gitarrendecke. Dafür verwendet Dietmar Heubner leichte Alpenfichtenhölzer, da diese eine schnelle Ansprache haben. Für den Gitarrenboden hingegen - maßgeblich für die Klangfärbung und Reflexion - setzt er exotische Hölzer wie Palisander, Makassar oder Cocobolo ein. Beim Bau der Gitarre sind dann die Kenntnisse und jahrelange Erfahrung des Gitarrenbauers gefragt.
„Jeder Gitarrenbauer entwickelt mit der Zeit seinen eigenen Stil, bei dem dann an Nuancen gefeilt wird. Das macht die Arbeit mit der Zeit immer spannender und intensiver", erklärt Dietmar Heubner. Man spürt die Faszination, die das Thema auf ihn ausübt, mit der er den Zuhörer ansteckt. Die Begeisterung überträgt sich vollends, wenn Dietmar Heubner ein kurzes Stück auf einer seiner Gitarren anspielt. Die Luft scheint leicht zu vibrieren, wenn man das erste Mal den vollen Klang hört, spürt und wahrnimmt. Dann versteht man auch sofort, warum bekannte Gitarristen aus der ganzen Welt dem kleinen Ort Weckelweiler schon einen Besuch abgestattet haben, um an eine Konzertgitarre mit dieser herrlichen Klangästhetik zu gelangen.
Tipp: Wer die Klangfülle der Gitarren einmal live erleben möchte, hat die Möglichkeit, sich für eines der alljährlich stattfindenden Werkstattkonzerte anzumelden.
Aus: Eine Kulinarische Entdeckungsreise durch Hohenlohe-Franken